Gestern war ich gemeinsam mit Simone Fischer im Wahlkreis unterwegs – dieses Mal in Bad Rappenau, genauer gesagt in der Tagespflege im Schloss Heinsheim der Diakonie Sozialstation Bad Rappenau. Es war ein sehr wertvoller Termin, der mir einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig gut organisierte, lokale Pflegeangebote sind – und wie viel Herz und Engagement hinter den täglichen Aufgaben steckt.
Die Tagespflege im Schloss Heinsheim ist keine geschlossene Einrichtung, sondern ein offenes Konzept. Die Menschen, die dort betreut werden, werden bewusst „Gäste“ genannt – und genau so fühlt es sich auch an: als ein Ort, an dem man willkommen ist, wo man Zeit verbringt, Gemeinschaft erlebt und Unterstützung bekommt. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen klassischen Pflegeeinrichtungen und zeigt, dass gute Pflege vor allem eines braucht: Respekt und Menschlichkeit.
Simone Fischer MdB, Geschäftsführer Johannes Klopprogge, Erwin Köhler MdLEin besonderes Highlight des Besuchs war für mich das Klavier im Schloss. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, ein paar Töne zu spielen – und es war schön zu sehen, wie Musik hier als Teil des Alltags wahrgenommen wird. Das Schloss als Ort, der nicht nur Pflege bietet, sondern auch Raum für Begegnung, Kultur und Lebensqualität.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der mir im Gespräch deutlich wurde, ist die Bedeutung des Fahrdienstes. Die Einrichtung betreibt einen eigenen Fahrdienst, damit die Gäste zuverlässig und sicher zur Tagespflege kommen können. Die Mitarbeiterin, die den Fahrdienst leitet, musste dafür in zwei Wochen Vollzeit zur Fahrdienstleiterin ausgebildet werden – ähnlich wie in einem Taxiunternehmen. Das zeigt, wie viel Verantwortung und Organisation hinter einem solchen Angebot steckt. Gleichzeitig wird deutlich, wie stark Pflegeangebote durch Regularien belastet werden: Für einen Personenbeförderungsschein muss man beispielsweise erst 21 Jahre alt sein, was den Einsatz junger, motivierter Kräfte erschwert. Zudem steigt dadurch der Beitrag zur Kfz-Versicherung um ein Vielfaches.
Was viele nicht wissen: Stationäre Einrichtungen wie Altersheime machen nur einen kleinen Teil der Pflege aus – rund 20 %. Der Großteil der Pflege findet ambulant statt. Das macht die Arbeit von Sozialstationen und Tagespflegen so zentral für unsere Gesellschaft. Gerade deshalb ist es besorgniserregend, dass viele Sozialstationen im Landkreis ihren Begleitdienst beim Einkaufen aufgrund von Regularien bereits einstellen mussten. Das ist ein echter Verlust für viele Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Erwin Köhler MdL, Geschäftsführer Johannes Klopprogge, Simone Fischer MdBUmso beeindruckender ist es, dass die Tagespflege im Schloss Heinsheim als Verein organisiert ist und trotz aller Herausforderungen Zulauf in der Ausbildung hat. Das zeigt, dass Pflege auch als Berufsfeld attraktiv sein kann – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Besonders bemerkenswert ist die Offenheit der Einrichtung: Ein Schulabschluss reicht aus, um eine Karriere zu starten. Mit einem Hauptschulabschluss kann man beispielsweise in der Pflege beginnen und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Auch die Möglichkeit, eine Ausbildung mit Sprachförderung auf zwei Jahre zu strecken, zeigt, dass hier bewusst Chancen für Menschen aus verschiedenen Lebenswegen geschaffen werden.
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei der Einrichtung für den herzlichen Empfang bedanken – und auch bei Simone Fischer für den gemeinsamen Besuch. Solche Termine sind wichtig, um vor Ort zu sehen, wo Unterstützung nötig ist und wo gute Ansätze bereits funktionieren. Die Tagespflege im Schloss Heinsheim ist ein Beispiel dafür, wie Pflege vor Ort gestaltet werden kann: menschlich, professionell und mit viel Engagement.