Ich setze mich für eine fundierte Entscheidungsgrundlage, tragfähige Lösungen und eine klare Perspektive für die Zukunft der Staatsoper Stuttgart ein.
Seit 27 Jahren wird über die Sanierung der Staatsoper Stuttgart gesprochen. Für mich ist klar: Jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen. In der 13. Plenarsitzung des Landtags Baden-Württemberg am 8. Oktober 2026 habe ich mich dafür ausgesprochen, die anstehende Expertenanhörung als Grundlage für eine verantwortungsvolle politische Entscheidung zu nutzen.
„Unsere Oper ist kein Luxus, über den man redet, wenn gerade Geld übrig ist. Sie ist Teil dessen, was unser Land ausmacht“, habe ich in meiner Rede betont.
Ein bedeutender Ort unserer Kulturgeschichte
Der Littmann-Bau ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1912 ein prägender Bestandteil der Stuttgarter Kulturgeschichte. Hier haben Generationen von Beschäftigten gearbeitet, Künstlerinnen und Künstler sind aufgetreten und Millionen Menschen haben Kultur erlebt.
Für mich geht es bei der Sanierung deshalb um weit mehr als ein Bauprojekt. Die Staatsoper ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Infrastruktur Baden-Württembergs. Sie bietet Künstlerinnen und Künstlern sowie Beschäftigten berufliche Perspektiven und ist Teil einer Kulturlandschaft, die junge Menschen von der musikalischen Ausbildung bis zur professionellen Bühne begleitet.
Gerade als kultur- und medienpolitischer Sprecher der Grünen und Vorsitzender des Arbeitskreises Wissenschaft, Forschung und Kunst ist mir wichtig, dass wir diese kulturellen Strukturen langfristig sichern und weiterentwickeln.
Unsere Kultur darf nicht nur von ihrer großen Vergangenheit leben. Sie braucht eine Zukunft.
Expertenanhörung: sorgfältig prüfen und anschließend entscheiden
Nach 27 Jahren Diskussion müssen wir uns ehrlich mit den entscheidenden Fragen auseinandersetzen: Was ist langfristig tragfähig? Welche Kosten sind realistisch? Wo können wir sparen?
Die Expertenanhörung soll fachliche Einschätzungen zusammenführen und eine belastbare Grundlage für die nächsten Entscheidungen schaffen. Dabei ist mir wichtig, dass wir ergebnisoffen prüfen und unterschiedliche Möglichkeiten sorgfältig abwägen.
Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein: Die Experten ersetzen keine politische Entscheidung. Die Anhörung ist kein neues Gremium, das Entscheidungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Sie soll uns helfen, auf Basis des Wissens, das uns heute zur Verfügung steht, verantwortungsvoll zu entscheiden.
Denn Vertrauen entsteht, wenn aus Worten Entscheidungen werden.
Oper und Ballett brauchen verlässliche Perspektiven
Eine mehrjährige Verlagerung von Oper und Ballett auf andere Bühnen oder auf Tournee halte ich nicht für eine tragfähige Lösung. Ein Opernhaus besteht schließlich nicht nur aus einer Bühne und einem Zuschauerraum. Dazu gehören Werkstätten, Probenräume, technische Abläufe und zahlreiche Menschen, die gemeinsam einen funktionierenden Spielbetrieb ermöglichen.
Ein internationales Ensemble ist kein Wanderzirkus – und andere Bühnen sind keine beliebig verfügbaren Ersatzspielstätten.
Bei allen Überlegungen zur Sanierung müssen wir deshalb die komplexen Anforderungen des Opernbetriebs berücksichtigen. Wir brauchen eine Lösung, die langfristig funktioniert, die künstlerische Qualität sichert und den Beschäftigten sowie dem Publikum eine verlässliche Perspektive bietet.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Ich möchte an die konstruktive Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der CDU in den Fachgremien der Württembergischen Staatstheater anknüpfen. Im Verwaltungsrat und in der Projektgesellschaft proWST haben wir bereits Beschlüsse im Sinne der Zukunft der Oper gefasst und Prüfaufträge auf den Weg gebracht.
Diesen Weg gilt es fortzusetzen: mit fachlicher Sorgfalt, einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und dem gemeinsamen Willen, eine tragfähige Lösung zu finden.
Für mich ist entscheidend, dass wir die kulturelle Bedeutung der Staatsoper, wirtschaftliche Tragfähigkeit und langfristige Perspektiven zusammenbringen. Wir müssen die offenen Fragen klären, die Erkenntnisse der Expertenanhörung ernst nehmen und anschließend politische Verantwortung übernehmen.
2026 kann das Jahr sein, in dem wir nach 27 Jahren Diskussion einen nächsten Schritt gehen.
Ich möchte, dass wir der nächsten Generation mehr hinterlassen als eine beeindruckende Sammlung von Gutachten. Die Staatsoper Stuttgart ist ein bedeutender Teil unserer Kulturgeschichte. Jetzt müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie auch in Zukunft ein lebendiger Ort für Kunst, Musik und Ballett bleibt.
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