Gestern Abend war ich bei der Veranstaltung „Quo Vadis, Pop- und Clubkultur?“ in der Theater RAMPE, um mit Musikerinnen, Veranstalterinnen und Politiker*innen über die Zukunft unserer Pop- und Clubkultur zu sprechen. Als Musiker und kulturpolitischer Sprecher der Grünen kenne ich die Herausforderungen der Szene aus eigener Erfahrung: Clubs, Festivals und Livemusikorte sind nicht nur Orte der Unterhaltung, sondern Räume für Kreativität, Begegnung und kulturelle Vielfalt.
Mir ist wichtig, dass wir regelmäßig mit Kulturschaffenden im Austausch bleiben – ihre Perspektiven sind unverzichtbar, um realistische und wirksame Politik zu gestalten. Dabei dürfen wir nicht nur an die großen Städte denken, sondern müssen auch den ländlichen Raum im Blick haben. Pop- und Clubkultur braucht überall Raum zum Wirken. Zugleich ist die Kunst- und Meinungsfreiheit ein Grundpfeiler unserer Arbeit: Kulturelle Experimente und kritische Stimmen müssen geschützt sein, auch wenn sie unbequem sind.
Die grün-geführte Landesregierung hat in den letzten Jahren schon viel erreicht. Mit Programmen wie „Perspektive Pop 2.0“ werden Künstler*innen, Clubs und Projekte gezielt unterstützt. Der POPLÄND Award stärkt die Sichtbarkeit der Szene, und regionale Netzwerke sorgen dafür, dass Förderung und Infrastruktur nicht nur in den Städten, sondern flächendeckend wirken. Wir haben nachhaltige Strukturen geschaffen, die Kreativen Planungssicherheit geben und neue Perspektiven eröffnen.
Trotzdem bleibt noch viel zu tun. Viele Clubs und Veranstalter*innen kämpfen weiterhin mit hohen Betriebskosten, knappen Flächen und unsicheren Perspektiven. Künstlerische Arbeit ist oft prekär, und der ländliche Raum ist nach wie vor unterversorgt. Deshalb müssen wir Förderstrukturen weiter verstetigen, Investitionen in Infrastruktur ausbauen und junge Talente gezielt unterstützen – damit Pop- und Clubkultur in Baden-Württemberg lebendig, vielfältig und frei bleibt.
Für mich gilt: Kulturpolitik funktioniert nur im Dialog. Wenn wir zuhören, verstehen und gemeinsam gestalten, können wir die Pop- und Clubkultur stärken und ihr die gesellschaftliche Anerkennung geben, die sie verdient.