Das Akkordeon ist Instrument des Jahres 2026 – ein guter Anlass, genauer hinzuschauen, welche Bedeutung dieses vielseitige Instrument für Kultur, Handwerk und Wirtschaft hat. Bei einem Besuch in Trossingen konnten wir erleben, wie eng diese Bereiche miteinander verbunden sind und welche Rolle das Akkordeon für die Stadt und die Region spielt.
Austausch beim Deutschen Harmonika-Verband
Den Auftakt bildete unser Besuch beim Deutschen Harmonika-Verband (DHV). Gemeinsam mit unserem Wahlkreisabgeordneten Jens Metzger kamen wir mit Präsident Nikolai Reith und Geschäftsführer Johannes Wollasch ins Gespräch.
Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Akkordeons und zahlreiche Fragen der Musik- und Kulturpolitik. Dabei ging es unter anderem um die Auswirkungen des Herrenberg-Urteils auf Musikschulen, die GEMA und die aktuellen Herausforderungen für Vereine, Musikschulen und Kulturschaffende. Gerade mit Blick auf die kulturelle Bildung und den Zugang zu musikalischer Betätigung wurde deutlich, wie wichtig verlässliche Strukturen und gute Rahmenbedingungen für die musikalische Arbeit vor Ort sind.
Vielen Dank für die spannenden Einblicke, den offenen Austausch und die Einladung!
Zu Gast bei Hohner
v.l.n.r.: Geschäftsführer Arthur H. Chuang, Erwin Köhler MdL, Jens Metzger MdLAnschließend ging es zu einem besonderen Stück Trossinger Industrie- und Kulturgeschichte: zur Firma Hohner. Bei einem Rundgang erhielten wir Einblicke in die Geschichte des Unternehmens und seine enge Verbindung mit der Entwicklung Trossingens zur Musikstadt. Besonders spannend war der Besuch des Harmonika Museums und der Blick auf die Entwicklung der Instrumente, die Trossingen weltweit bekannt gemacht haben.
Bei der anschließenden Werksführung wurde außerdem sichtbar, wie viel handwerkliches Können, Erfahrung und Präzision noch heute in der Herstellung der Instrumente steckt. Dieses Wissen und die Qualität der Fertigung sind ein wichtiger Teil der Geschichte und Gegenwart des Standorts.
Hohner steht dabei nicht nur für eine lange Unternehmenstradition, sondern auch für die Verbindung von Kultur, Handwerk, industrieller Produktion und regionaler Wirtschaft. Gerade aus kultur- und wirtschaftspolitischer Perspektive ist dieser Zusammenhang interessant: Kultur entsteht nicht nur auf Bühnen und in Konzertsälen. Sie lebt auch von den Menschen, Betrieben, Vereinen, Ausbildungswegen und Strukturen, die Instrumente, Räume und Möglichkeiten schaffen.
Für uns als Grüne bedeutet das, regionale Wertschöpfung, gute Arbeitsplätze, Ausbildung und den Erhalt von handwerklichem und industriellem Know-how zusammenzudenken. Gleichzeitig geht es darum, Tradition nicht nur zu bewahren, sondern sie mit Innovation und neuen Perspektiven weiterzuentwickeln.
Unser Besuch in Trossingen hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Kultur-, Wirtschafts- und Industriegeschichte in einem Instrument stecken kann – und wie wichtig es ist, diese unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam zu betrachten.
Vielen Dank an den Deutschen Harmonika-Verband und an Hohner für die offenen Gespräche, die spannenden Einblicke und die Gastfreundschaft.